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Der in den Wertprüfungen vielversprechende Hybridroggen MINELLO stand im Anbaujahr 2009/10 erstmalig auf Praxisbetrieben. Lutz Liebold, Fachberater in Brandenburg beschreibt die Erfahrungen aus seinem Beratungsgebiet.

Schneereicher Winter, trockendes Frühjahr und regional schwierige Erntebedingungen – das erste Praxisjahr hatte es für den „Newcomer“ in sich.
Der Winter in das Jahr 2010 brachte für Brandenburg nicht nur viel Schnee, die „weiße Pracht“ blieb auch ungewöhnlich lange liegen. Das führte zu einem sehr hohen Schneeschimmeldruck. Nach der Schneeschmelze waren daher sowohl in den Landessortenversuchen als auch auf Praxisschlägen sehr klare Sortenunterschiede zu beobachten. MINELLO erwies sich als vergleichsweise widerstandsfähig und war daher deutlich weniger betroffen.

Geringere Aussaatstärke hat sich bewährt
MINELLO ist zwar - unabhängig vom Witterungsverlauf - in seiner Frühjahrsentwicklung etwas zurückhaltender als andere Hybridroggen, bestockt dafür jedoch umso kräftiger. Die Empfehlung des Sortenvertreibers, die ortsübliche Aussaatmenge um 10 % zu reduzieren, hat sich wiederholt als richtig erwiesen. Reduziert man die ortsübliche Aussaatmenge nicht, sind deutlich höhere Aufwandmengen an Wachstumsregulator notwendig, um das Wachstum zu bremsen: Ein vertanes Einsparpotenzial bei Saatgut einerseits und höhere Aufwendungen bei Wachstumsregler andererseits! Hinzu kommt, dass sich bei einer reduzierten Aussaatmenge mehr Ähren/m² realisieren lassen als in vergleichsweise dicht gedrillten Beständen.

leichte Böden, geringe Niederschläge: Hier bringen nur entsprechend dürreresistente Sorten zuverlässige Erträge
 leichte Böden, geringe Niederschläge: Hier bringen nur entsprechend dürreresistente Sorten zuverlässige Erträge
Bei Resistenzen gegen Pilzkrankheiten ist MINELLO vom Bundessortenamt bei allen Krankheiten überdurchschnittlich gut bewertet worden. Die LSV in Brandenbrug konnten diese Beurteilung stützen. In der brandenburgischen Praxis stellte das erste große Praxisjahr allerdings auch keine großen Herausforderungen an die Sortenresistenzen: Mehltau konnte sich aufgrund des trockenen Frühjahrs nicht entwickeln und der Braunrost ist 2010 erst sehr spät aufgetreten.
Die Erntebedingungen waren durch zum Teil lang anhaltende Niederschläge in einigen Regionen Brandenburgs schwieriger als in anderen Jahren. Fallzahlschwache Sorten hatten dort daher Probleme, Brotqualität zu erreichen. Aufgrund der sehr gute Auswuchsfestigkeit traten bei MINELLO 2010 in keiner Region Brandenburgs qualitative Probleme auf.

Bild links: Leichte Böden, geringe Niederschläge: Hier bringen nur entsprechend dürreresistente Sorten zuverlässige Erträge

Auch in Brandenburg wird Roggen auf die schwächsten Standorte zurückgedrängt. Daher sind besonders bei sehr geringen Bodenbonitäten anspruchslose und dabei doch leistungsfähige Sorten gefordert. Der bundesweite TREND, dass Frühjahrstrockenheit nicht mehr die Ausnahme sondern vielmehr die Regel wird, erfordert besonders Brandenburg auf den leichten Böden eine sehr wohl überlegte Sortenwahl. Das Sortenenprofil kostenarme Produktion//Dürreresistenz/Leistungsstabilität entscheidet besonders in Brandenburg maßgeblich über den Erfolg eines Hybridroggens.

 

Daher war es sicher vor allem die Anspruchslosigkeit an die Standortverhältnisse, die schon nach einem Jahr zu einem erheblichen Anbauumfang von MINELLO in Brandenburg geführt hat - derzeit ist sie in diesem Bundesland die meistangebaute Roggensorte.


Bild rechts: Sorten mit einem starken Wurzelwerk, mit dem das (wenige) Wasser gut erreicht werden kann, sind auf sehr leichten Standorte im Vorteil
 Bild rechts: Sorten mit einem starken Wurzelwerk, mit dem das (wenige) Wasser gut erreicht werden kann, sind auf sehr leichten Standorte im Vorteil
Bild rechts: Sorten mit einem starken Wurzelwerk, mit dem das (wenige) Wasser gut erreicht werden kann, sind auf sehr leichten Standorte im Vorteil.
 



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