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Zellinhaltsstoffe wie Stärke, Zucker, Protein und Fett werden nahezu vollständig verwertet. Die Zellwände hingegen - immerhin 40 % der Gesamt-TM - jedoch nur etwa zur Hälfte und nur im Pansen!

 40 % Zellwand verdienen mehr Beachtung

Der Energiegehalt ist definiert:

  1. durch das Gewichtsverhältnis von Zellinhaltstoffen zur Zellwandfraktion             
  2. durch die Verdaulichkeit der Zellwand als limitierende Energiegröße.

Zellinhaltsstoffe wie Stärke, Zucker, Protein und Fett werden nahezu vollständig verwertet. Die Zellwände hingegen - immerhin 40 % der Gesamt-TM - jedoch nur etwa zur Hälfte und nur im Pansen!

Möglichkeiten der Energieerhöhung

1. Mehr hochverdauliche Inhaltsstoffe durch Erhöhung des Kornanteils oder eine zuckerreichere Restpflanze. Die Energiestrategie stößt physiologisch und ökonomisch an Grenzen.

  • Maximal 30 %* der Gesamtration dürfen aus Stärke und Zucker bestehen             
  • Hohe Stärkegehalte durch kornbetonte Sorten, weniger Stickstoff und Pflanzen oder höheren Schnitt kosten Ertrag.


*in maisarmen Rationen mit wenig pansenstabiler Durchflusstärke maximal 25%

2. Hochverdaulichere Zellwände mit einem höheren Anteil fermentierbarer Substanzen.

  • Wiederkäuergerechte Erhöhung des Energiegehalts mit positiven Wirkungen auf den Stoffwechsel, die Gesundheit und die Fruchtbarkeit             
  • Positive Beziehung zum Energieertrag             

Zellwandverdaulichkeit ist hoch heritabel und weniger witterungsabhängig als die Kolbengröße, die Befruchtung und das TKG!

Zellwandverdaulichkeit und Stärkegehalt als Energieelemente des Silomais

 

STÄRKE

ZELLWAND

Anteil an Gesamt-TM
Verdaulichkeit
Energieumsatz

20 - 35 %
~ 100 %
schnell

35 - 45 %
45 - 60 %
langsam

 

Gehalt

Verdaulichkeit

Sorteneinfluß

mittel

hoch

Beziehung zum Energieertrag

negativ

positiv

Umwelteinfluss
Licht
Temperatur
Wasser
Saatzeit
Bestandesdichte
N-Düngung
Erntetermin

hoch
sehr hoch
hoch
sehr hoch
hoch
hoch
mittel
hoch

gering
gering
gering
gering
gering
gering
gering
mittel

Einschätzung bezogen auf das aktuelle Sortiment und typische Anbaubedingungen

Die Kuh nicht zur Sau machen

Auch eine Maissilage mit besten Analysewerten, optimal geerntet und konserviert, garantiert noch keine hohe Tierleistung. Entscheidend ist das Angebot und Gleichgewicht von schnell und langsam abbaubaren Kohlenhydraten in der Gesamtration.

  • Zuviel Stärke im Pansen engt die Pansenflora des Wiederkäuers auf die säureliebenden "amylotischen" Mikroben ein.            
  • Die pH-Absenkung hemmt die Entwicklung der auf den Zellulosenabbau spezialisierten Pansenflora.

Ein Überangebot von Stärke und Zucker wirkt daher doppelt fatal: Durch Stoffwechselstörungen und durch eine schlechtere Verwertung der Gesamtration (Grundfutterverdrängung).

 

Sind Stay Green - Sorten besser verdaulich?

Vom Abreifeverhalten kann nicht auf die Verdaulichkeit der Restpflanze geschlossen werden! Gesund und grün abreifende Pflanzen suggerieren eine hohe Verwertung, sind jedoch kein Garant.

So hat die ausgeprägte Stay Green-Sorte Prestige eine nur mäßige Zellwandverdaulichkeit, die eher synchron abreifende Sorte Goldoli dagegen eine vergleichsweise hohe.

Der Vorteil grün bleibender Sorten: sie verholzen später, fallen deshalb weniger rasch in ihrem Futterwert ab und sind so über einen längeren Zeitraum ernteflexibel.

 

Wie praxisnah sind Energieberechnungen?

Energieberechnungen basieren auf einer Schätzgleichung, deren Werte aus einer physikalischen Schätzmethode (NIRS) stammen. Diese ist wiederum auf naßchemische Laborwerte kalibriert, die die tatsächliche Verdaulichkeit ebenfalls nur schätzen, die ihrerseits klassisch aus dem Fettansatz ausgewachsener Hammel abgeleitet wird?

Zu viele Rückschlüsse, zu viele Fehlerquellen, zu viele offene Fragen? Letzte Sicherheit für den Futterwert einer Maissilage - auch im Hinblick auf die Futteraufnahme und den Gesundheitswert - bringt nur der Fütterungsversuch mit Rindern unter Praxisbedingungen!

 

Fazit: Restpflanze verdient mehr Beachtung

1.Ohne Stärke ist alles nichts, aber: Stärke ist nicht alles!

  • Optimal ist ein Gleichgewicht von schnell und langsam abbaubaren Kohlenhydraten in der Gesamtration. Je höher der Anteil Mais in der Ration, umso wichtiger ist der Restpflanzenanteil und die Restpflanzenqualität.

2. Eine hohe Zellwandverdaulichkeit ist unverzichtbar, um hochleistende Tiere energiereich und wiederkäuergerecht auszufüttern.

  • Die Gesamt-Energiedichte (MJ/kg), reicht nicht als Qualitätsmaßstab             
  • Informationen zur Stärke und zur Zellwandqualität sind unverzichtbar             
  • Sortenspezifische Qualitätsprofile über Pro Mais - Untersuchungen

In Frankreich wird von der INRA die Verdaulichkeit der Gesamtpflanze über NIRS geschätzt und daraus unter Abzug der Stärke- und Zuckerfraktion die Restpflanzenverdaulichkeit abgeleitet. So kann die Nettoenergie der Gesamtpflanze praxisnah interpretiert werden. Führende mittelfrühe Silomaissorte in Frankreich ist Attribut mit gleichzeitig höchsten Energiegehalten und Energieerträgen in den AGPM-Versuchen. 
               



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